Kirchliche Verlautbarungen, Stellungnahmen und Pressestimmen

(Bezugsquellen: www.dbk.de, www.kna.de, www.ekd.de, www.epd.de)

Übersicht

Texte der Katholischen Kirche


Deutsche Bischofskonferenz, Januar 2003, „Deutsche Bischöfe stützen Verbot der PID“
http://dbk.de/schriften/fs_schriften.html


Deutsche Bischofskonferenz, DB 69, 2001, "Der Mensch: sein eigener Schöpfer?"

Wort der Deutschen Bischofskonferenz zu Fragen von Gentechnik und Biomedizin
http://dbk.de/schriften/fs_schriften.html


Deutsche Bischofskonferenz, DB 57, 1996, „Menschenwürde und Menschenrechte von Anfang an“ Gemeinsames Hirtenwort der deutschen Bischöfe zur ethischen Beurteilung der Abtreibung
http://dbk.de/schriften/fs_schriften.html


Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 120, 1995, „Evangelium vitae“

von Papst Johannes Paul II. an die Bischöfe, Priester und Diakone, die Ordensleute und Laien sowie an alle Menschen guten Willens über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens

http://dbk.de/schriften/fs_schriften.html


Sonderheft "Ethische Fragen in der Medizin II", KNA, 2002 (kostenpflichtig)



Texte der Evangelischen Kirche


Zur Achtung vor dem Leben - Maßstäbe für Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin Maßstäbe für Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin. Kundgebung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD-Texte 20, 1987, Berlin

http://www.ekd.de/EKD-Texte/2078_achtungvordemleben_1987.html


Im Geist der Liebe mit dem Leben umgehen. Argumentationshilfe für aktuelle medizin- und bioethische Fragen, EKD-Texte 71, 2002

http://www.ekd.de/EKD-Texte/2086.html

Bioethik

Ethische Fragen im Bereich von Medizin, Biotechnik und Gentechnik (2003)

http://www.ekd.de/EKD-Texte/2086_2047.html

Vorträge zum Thema Bioethik (auch Bioethik-Kongress der EKD 28./29.1.2002)

http://www.ekd.de/EKD-Texte/2086_bioethik_vortraege.html



Deutsche Bischöfe stützen Verbot der PID

Erste Stellungnahme des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, zum Beratungsergebnis

"Genetische Diagnostik vor und während der Schwangerschaft"

des Nationalen Ethikrates vom 23. Januar 2003

Das umfangreiche Beratungsergebnis zur genetischen Diagnostik vor und während der Schwangerschaft, besonders im Blick auf die Pränatale Diagnostik (PND) und die Präimplantationsdiagnostik (PID), zeugt von einem ernsthaften Ringen um die Bewertung von genetischen Verfahren, die in unserer Gesellschaft kontrovers beurteilt werden.

Auch wenn wir dieses Bemühen anerkennen, müssen wir feststellen: Die Argumente derer, die ein Verbot der PID befürworten, werden nicht entkräftet. Die katholische Kirche hat auf verschiedenen Ebenen in den letzten Jahren mit großer Entschiedenheit die PID abgelehnt. Dies gilt auch für mehrere Verlautbarungen der Deutschen Bischofskonferenz, zuletzt in der Erklärung "Der Mensch: sein eigener Schöpfer?" vom 7. März 2001. Mit der PID wird ein im Reagenzglas erzeugter Mensch auf seine erbliche Belastung hin überprüft. Nur wenn diese Überprüfung keinen Befund ergibt, wird er in die Gebärmutter der Frau übertragen. Die anderen Embryonen werden vernichtet. Diese Instrumentalisierung und eventuell bewusste Tötung des Embryos widerspricht einer christlich inspirierten Ethik des Lebens grundsätzlich. Eine begrenzte Zulassung der PID setzt voraus, dass dem Embryo kein mit dem geborenen Menschen gleichwertiger Status zuerkannt und eine Stufenfolge des Menschwerdens angenommen wird. Für solche Einschnitte in der Entwicklung des Embryos, die ein "mehr" oder "weniger" Menschsein begründen sollen, gibt es keine überzeugenden Argumente. Darum halten wir daran fest, dass dem Embryo von Anfang an das volle Recht auf das Menschsein und die Würde eines Menschen zukommen. An dieser Grundfrage entscheidet sich jede Antwort.

Die deutschen Bischöfe stützen im Unterschied zu den "liberalen ethischen Standards" der Befürworter einer eng begrenzten Zulassung der PID nachhaltig und uneingeschränkt ein Verbot der PID, wie es im übrigen bereits mit einer beträchtlichen Mehrheit von der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Recht und Ethik der modernen Medizin" formuliert wurde.

Die deutschen Bischöfe begrüßen eine differenzierte öffentliche Diskussion. Sie versprechen sich davon am Ende eine Stärkung des Lebensschutzes für den Menschen vom ersten Augenblick seiner Existenz an.




Erste Stellungnahme des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, zum Beratungsergebnis "Genetische Diagnostik vor und während der Schwangerschaft" des Nationalen Ethikrates vom 23. Januar 2003

Die deutschen Bischöfe stützen im Unterschied zu den "liberalen ethischen Standards" der Befürworter einer eng begrenzten Zulassung der PID nachhaltig und uneingeschränkt ein Verbot der PID, wie es im übrigen bereits mit einer beträchtlichen Mehrheit von der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Recht und Ethik der modernen Medizin" formuliert wurde.

Die deutschen Bischöfe begrüßen eine differenzierte öffentliche Diskussion. Sie versprechen sich davon am Ende eine Stärkung des Lebensschutzes für den Menschen vom ersten Augenblick seiner Existenz an.




Pressestimmen

Pressestimmen der Kirchen (Kurztext)

Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) fordert klare Schranken für Stammzellforschung

Christen hätten für eine ethisch begründete Ablehnung der Forschung mit embryonalen Stammzellen „sehr gute Argumente“. Diese müssten jedoch auch laut genug vorgebracht werden…Der mentale Trend zum Designerbaby werde immer mehr zum großen Geschäft, warnte Fürst, sofern ihn nicht gesetzliche Schranken bremsen. (SZ 18.02.03, S.6)

Bischof Fürst: Trend zum Designerbaby

Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart warnt vor der Verdinglichung des menschlichen Lebens zur Handelsware. Die Verwischung der Grenze zwischen Sache und Person mache Biotechnologie und die Forschung an embryonalen Stammzellen so gefährlich…

Demgegenüber machte Fürst geltend, daß dem menschlichen Embryo von Anfang an Menschenwürde zukomme… Durch Aufklärung und Meinungsbildung ließen sich auch international ethische Mindestnormen etablieren, mit denen den schlimmsten Auswüchsen der Biotechnologie begegnet werden könnte. (FAZ, 18.02.2003, Nr. 41 / Seite 2)

Die Würde des Menschen weiterhin verkünden

Bischof Gerhard L. Müller (Regensburg) im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung

Es stehen einige Entscheidungen an, die ohne ethisches Fundament nicht realisiert werden können…Ich kann nicht einfach sagen, Klonen ist dann erlaubt, wenn die Industrie entsprechend daran verdient oder wenn dadurch so und so viele Arbeitsplätze geschaffen werden… Die ethische Grenze ist immer die, dass jeder Mensch das Recht auf ein eigenes Leben hat und keiner sagen darf, was lebenswert ist und was nicht… Trotzdem kann ich nicht sagen, dass es sich für ein behindertes Kind nicht lohnt, zu leben. Für mich stellt sich die Frage, ob es ethisch überhaupt vertretbar ist, Eltern vor eine solche Entscheidungsmöglichkeit zu stellen.

Es kann nicht ein Kind um den Preis gezeugt werden, dass viele Embryonen, die schon den Status des Menschen haben, vernichtet werden. Da muss man allerdings früher ansetzen und von vorneherein keine Tatbestände schaffen, die dann nicht mehr zu bewältigen sind.

(MZ 15./16. 02.03, B1)

Kein katholischer Fundamentalismus

Forschung an embryonalen Stammzellen wird abgelehnt - ohne Wenn und Aber / Von Daniel Deckers

Zu Beginn der Fastenzeit verabschiedeten die katholischen Bischöfe auf ihrer Vollversammlung in Augsburg ein "Wort zu Fragen von Gentechnik und Biomedizin"…Die Gewinnung von embryonalen Stammzellen handelte die Erklärung nur in einem Satz ab: "Auch medizinischer Nutzen kann kein Verfahren mit menschlichen Lebewesen rechtfertigen, das die unantastbare Würde dieses Lebens in Frage stellt."…Die Bischöfe zitierten … Papst Johannes Paul II.: "Jedes menschliche Leben muß vom Augenblick seiner Empfängnis an als Person geachtet und als solche behandelt werden", heißt es in der Instruktion "Donum vitae" aus dem Jahr 1987 (Geschenk des Lebens).

Was Papst und Bischöfe lehren, findet bei der katholischen Laienorganisation ungeteilte Zustimmung. "Das menschliche Leben beginnt mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zur befruchteten Eizelle mit doppeltem Chromosomensatz. Ab diesem Moment entwickelt sich menschliches Leben nicht zum Menschen, sondern als Mensch", heißt in einem Beschluß der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) vom vergangenen Mai zu Fragen der biomedizinischen Entwicklung und ihrer ethischen Bewertung. (FAZ 30.01.02, Nr. 25, S.4)


Biblische Texte